Heimatgeschichten: Zweitgrößter Fluss im Eichsfeld - die Leine - Blog der Familie Schuster aus Heiligenstadt - Heiligenstadt im Eichsfeld

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Heimatgeschichten: Zweitgrößter Fluss im Eichsfeld - die Leine

Heiligenstadt im Eichsfeld
Herausgegeben von in Eichsfeld ·
Tags: LeinefeldeLeinequelle
Zu den größten Flüssen in unserer Heimat zählt die Leine. Der 280 km lange Fluss entspringt in Leinefelde und führt ca. 40 km bis zur Landesgrenze des Freistaates Thüringen. Das Einzugsgebiet der Leine ist mit 6517 km² beträchtlich, davon sind 94,5 km schiffbar. Im niedersächsischen Eickeloh bei Schwarmstedt mündet die Leine in die Aller, die über die Weser in die Nordsee fließt.

Das Quellgebiet der Leine befindet sich im Ringau und der alten Dorfstraße, im heutigen Stadtgebiet Leinefeldes. Funde aus der Steinzeit weisen auf eine frühe Besiedlung vor 4000 Jahren hin. Der Name Leinefelde (Feld an der Leine) ist karolingischen Ursprungs.  

1734 untersuchten Göttinger Forscher die Leinequellen auf Sauberkeit und Kraft. Dabei stellten sie fest, dass die Leine aus 10 Quellen im damaligen Dorf Leinefelde entspringt. Die Leine ist noch heute für die Wirtschaft und Wasserversorgung von vielen Orten, darunter Göttingen und Hannover, verantwortlich. Über die Lage der Quellen wurde folgendes berichtet: „Je fünf entsprangen südlich und nördlich ihres gemeinsamen Abflusses, der Leine. Die oberste und die unterste trennten keine 80 Schritte.“ Auch ein Fischreichtum in der Leine wurde von den Göttinger Wissenschaftlern attestiert.

Um 1700 wurde die Quelle im Ringau 11 mit einem Schweinestall überbaut. Von dem Ereignis wissen noch ältere Generationen zu erzählen: „Leinefelde liegt im Gelde, wo die Leine ungerm Schwinnskooben entspringt.“

Bis zur Elster-Kaltzeit (400.000 – 320.000 v.u.Z.) floss die Weser bei Hildesheim in die Leine. Durch gefundenen Weserkies konnte der gemeinsame Wasserlauf der beiden Flüsse rekonstruiert werden. Im 9. Jahrhundert wird der Fluss „Lagina“ aufgeführt und war Namensgeber des Leinegaus (954 – Laginga, 997 – Lainegha und 1029 – pagus Lagina).  Im Laufe der Zeit wechselte auch der Name von Loine, Leyne, Leina, Legine, Lagena, Lagina, Laigine, Lieinne bis Leine. 1592 wurde die Holzflößerei auf der Leine östlich des Harzes schriftlich belegt.


Zuflüsse der Leine sind (flussabwärts)

Thüringen: Line, Etzelsbach, Steinbach, Geislede, Beber, und Lutter

Niedersachsen: Schleierbach, Molle, Wendebach, Dramme, Garte, Rase, Lutter, Grone, Harste, Weende, Rodebach, Espolde, Beverbach, Moore, Rhume, Bölle, Ilme, Aue, Gande, Wispe, Warnebach, Glene, Despe, Saale, Haller, Rössingbach, Gerstorfer Beeke, Innerste, Ihme, Fösse, Lohnder Bach, Westaue, Totes Moor, Auter, Jürsenbach, Große Beeke und Grindau.

Zwischen Bodenrode und Wingerode liegt die „Strut“, ein kleines Gehölz. Die Bewohner der Orte wissen folgende Mär zu berichten:

„Von der Waldung der Strut gehörte in alter Zeit der gröbere Teil zu dem benachbarten Dorf Wingerode und der kleine Teil zu Bodenrode. Die Eigentumsverhältnisse waren jedoch strittig, und so kam es zu einer langwierigen gerichtlichen Klage zwischen beiden Gemeinden. Der Schultheiß von Wingerode, ein geiziger Mann, ließ sich von einigen Bodenröder Bauern bestechen und leistete einen Meineid. Daraufhin entschied das Gericht in dem Besitzstreit zugunsten Bodenrodes. Der Wingeröder Schultheiß kaufte sich von dem Bestechungsgeld ein Pferd, einen stattlichen Schimmel, auf den er sehr stolz war. Doch genau auf den Tag ein Jahr später kam er auf einem nächtlichen Ritt mit dem Pferd zu Fall und war auf der Stelle tot. Seit dieser Zeit hat der Meineidige keine Ruhe im Grab. In unheimlichen Nächten taucht beim Beginn der Geisterstunde aus der Strut ein Reiter auf einem weißen Pferd auf. Er trägt seinen Kopf unter dem Arm und steckt die Zunge heraus, die wie Feuer glüht. In der rechten Hand hält er die Zügel des Pferdes. Von der Strut aus schlägt er den Weg nach Wingerode ein und macht an der Leine halt. Nachdem das Pferd hier getrunken hat, verschwindet der Reiter in der Richtung nach Burg Scharfenstein. – Da der Schulze (Schultheiß) den Vornamen Michael führte, gab das Volk dem nächtlichen Reiter den Namen Strutmichel.“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Leine_(Aller), Rudolf Linge: „Der Hahn auf dem Kirchturm“ – 1978 Bild: Leinequelle in Leinefelde 2017


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